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Pflegegrad 4: Was Ihnen zusteht

Schwerste Beeinträchtigung – und trotzdem zu Hause versorgt

5 Min. Lesezeit memoria24

Betreuungskraft hilft einer Seniorin im Rollstuhl in der Wohnung

Bei Pflegegrad 4 ist eine durchgehende Versorgung erforderlich. Für viele Familien stellt sich hier zum ersten Mal ernsthaft die Frage nach dem Pflegeheim. Unsere Erfahrung: In den meisten Fällen ist eine Versorgung zu Hause weiterhin möglich – sie muss aber sorgfältiger geplant werden.

Leistungen bei Pflegegrad 4

schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit · 70 bis unter 90 Punkte in der Begutachtung

Monatliche Leistungen bei Pflegegrad 4
Pflegegeld800 € / Monat
Pflegesachleistung1.859 € / Monat
Tages- und Nachtpflege1.685 € / Monat
Vollstationäre Pflege1.855 € / Monat

Unabhängig davon stehen Ihnen zu

  • 131 € pro Monat – zweckgebunden für Betreuungs- und Entlastungsangebote; nicht abgerufene Beträge sind übertragbar (ab Pflegegrad 1)
  • 3.539 € pro Kalenderjahr – gemeinsamer Jahresbetrag für Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege, seit Juli 2025 zusammengefasst (ab Pflegegrad 2)
  • 42 € pro Monat – Pflegehilfsmittel zum Verbrauch, etwa Einmalhandschuhe, Desinfektion, Bettschutzeinlagen (ab Pflegegrad 1)
  • 4.180 € je Maßnahme – wohnumfeldverbessernde Maßnahmen wie bodengleiche Dusche, Treppenlift oder Türverbreiterung (ab Pflegegrad 1)

Stand: August 2026. Die Beträge legt der Gesetzgeber fest und passt sie regelmäßig an. Wir führen sie hier nach – im Zweifel erkundigen Sie sich bitte bei Ihrer Pflegekasse.

Wann wird Pflegegrad 4 vergeben?

Pflegegrad 4 steht für eine schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit, in der Begutachtung 70 bis unter 90 Punkte. Die Betroffenen können den Alltag nicht mehr eigenständig bewältigen. Mobilität ist stark eingeschränkt, Transfers gelingen nur mit Hilfe, häufig besteht Inkontinenz.

Auch fortgeschrittene Demenz führt in diesen Bereich, wenn Orientierung, Kommunikation und Alltagsgestaltung dauerhaft nicht mehr allein möglich sind.

Was die Versorgung zu Hause tragfähig macht

Drei Dinge entscheiden darüber, ob es funktioniert:

  • Die richtige Ausstattung – Pflegebett, Transferhilfen, gegebenenfalls ein Lifter. Ohne sie überlastet sich jede Betreuungskraft körperlich.
  • Eine erfahrene Betreuungskraft, die Transfers sicher beherrscht und den Zustand einschätzen kann.
  • Ein ambulanter Pflegedienst für die medizinische Behandlungspflege, abgerechnet über die Sachleistung.

Wenn diese drei Bausteine zusammenkommen, ist eine Versorgung zu Hause bei Pflegegrad 4 in der Regel gut möglich.

Wo die Grenze verläuft

Ehrlich gesagt: Es gibt Situationen, in denen eine 24-Stunden-Betreuung nicht ausreicht. Dazu zählt vor allem durchgehend nötige Betreuung in der Nacht. Nachts besteht Rufbereitschaft – eine Betreuungskraft, die jede Nacht mehrfach über Stunden im Einsatz ist, kann tagsüber nicht arbeiten und wird selbst krank.

Wenn mehrfach nächtliche Einsätze absehbar sind, braucht es entweder eine zweite Kraft, einen Pflegedienst mit Nachteinsatz oder eine andere Lösung. Wir sagen Ihnen das offen, statt Ihnen etwas zu verkaufen, das nach drei Monaten scheitert.

Nachts allein: Was eine Betreuung leisten kann →

Die Alternative, wenn es zu Hause nicht mehr geht

Wenn die häusliche Versorgung an ihre Grenze kommt, ist ein Heimplatz nicht die einzige Möglichkeit. Wir vermitteln auch Pflegeeinrichtungen in Polen – modern ausgestattet, mit einem oft günstigeren Verhältnis von Personal zu Bewohnern.

Pflegeheim in Polen →

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